Bamberg/Bonn. Mit einem bundesweiten Mentoring-Programm wollen die deutschen Bistümer weibliche Nachwuchskräfte auf Führungspositionen in der katholischen Kirche vorbereiten und damit den Anteil von Frauen in kirchlichen Leitungspositionen weiter erhöhen. An der ersten Mentoring-Gruppe beteiligt sich neben den Diözesen Aachen, Essen, Hamburg, Hildesheim, Köln, Limburg, München und Freising, Münster und Trier auch das Erzbistum Bamberg.
Bamberg. Zwei Wochen lang war Frank Braun im Februar im mittelamerikanischen El Salvador unterwegs. Der Eine-Welt-Promotor für Nordbayern traf dort Arbeiterinnen, die unsere Kleidung produzieren – für einen Lohn, der kaum zum Überleben reicht. Auch mit der Arbeitsministerin, Gewerkschaftvertretern, dem deutschen Botschafter und Arbeitgebervertretern sprach er. Über seine Erfahrungen berichtete er am Mittwoch im Rahmen der bundesweiten Fairen Woche im Heinrichsaal in Bamberg. „Kleider machen Leute“ hieß der Vortrag, mit denen er den 50 Besucherinnen und Besuchern einen direkten Blick hinter die Kulissen der Textilindustrie ermöglichte. Höhepunkt war die Live-Schaltung nach El Salvador, bei der eine Arbeiterin, eine Anwältin und ein Gewerkschaftsvertreter über ihre Situation sprachen und Fragen aus dem Publikum beantworteten. Veranstaltet wurde der Abend vom Agenda-21-Büro der Stadt Bamberg, dem Jugendamt der Erzdiözese, dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), dem Verein Change und dem Weltladen.
Gut gefüllt war der große Festsaal im Bistumshaus St. Otto, als die Geistlichen des Erzbistums sich zum Ottotag der Priester und Diakone trafen. Zuvor feierten sie einen Gottesdienst mit Erzbischof Ludwig Schick in St. Josef im Hain.
Bamberg. Über die Lage der katholischen Kirche in Nigeria und die Bedrohung durch die islamistische Terrorgruppe Boko Haram haben der Erzbischof von Jos, Ignatius Kaigama, und der muslimische Emir Muhammadu Muazu bei einem Besuch bei Erzbischof Ludwig Schick und der Bamberger Bistumsleitung berichtet.
Bamberg. Weihbischof Herwig Gössl hat davor gewarnt, die Flüchtlingskrise nur als eine vorübergehende Ausnahmesituation wahrzunehmen. Sie sei „keine Naturkatastrophe und geht nicht einfach vorüber“, sagte er beim „Tag der Räte“ in Bamberg. Um die Flüchtlinge zu integrieren, brauche es auch künftig Ressourcen. Aus diesem Grund dürfe die Herausforderung durch die große Zahl der Flüchtlinge nicht verabsolutiert werden. „Man muss sich davor hüten, so zu tun, als gäbe es nur dieses eine Problem.“ Die Kirche müsse sich auch um andere arme Menschen kümmern. „Sonst bekommen wir in der Gesellschaft Probleme“, sagte Gössl.
„Dies könnte zu einem Meilenstein auf dem Weg nachhaltiger Entwicklung überall auf der Welt werden.“ Mit diesen Worten würdigt der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Ludwig Schick, den Beschluss der Generalversammlung der Vereinten Nationen über die „Agenda 2030“. Darin sind 17 „nachhaltige Entwicklungsziele“ zusammengefasst, die in den kommenden 15 Jahren verwirklicht werden sollen.
Höchstadt. Das bereits Ende 2012 eröffnete Caritas-Zentrum in Höchstadt an der Aisch hat nun auch einen Namen: „Haus der Caritas Papst Benedikt XVI.“ Der Privatsekretär des emeritierten Papstes, Erzbischof Georg Gänswein, war eigens in die mittelfränkische Stadt gekommen, um die Widmung vorzunehmen. In einem Pontifikalgottesdienst in der Pfarrkirche St. Georg weihte er zunächst ein Relief mit einem Porträt Benedikts, das am Gebäude angebracht werden soll. Danach enthüllte er das neue Hausschild.
Mit einem diözesanen Auftaktgottesdienst in Schnaittach eröffnet Weihbischof Herwig Gössl am kommenden Sonntag die Caritas-Herbstsammlung im Erzbistum Bamberg. Der Gottesdienst widmet sich dem Thema „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ und wird von Asylbewerbern und Mitarbeitern der Caritas gestaltet. Er findet am 27. September um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Kunigund (Marktplatz 27) statt.
Bamberg/Bad Staffelstein. (bbk) Glaube und Religion sind nach Worten des Bamberger Generalvikars Georg Kestel Impulsgeber für den Frieden. „Religionen dürfen nicht Anlass für Konflikte sein, sondern Quellen des Friedens“, sagte Kestel am Mittwochabend in einem ökumenischen Gottesdienst bei der Klausurtagung der CSU-Landtagsfraktion in Kloster Banz. Weil Religiosität tief im Menschen verwurzelt sei, bestehe die Gefahr, dass sie umgeleitet und missbraucht werde von Ideologen, Fanatikern, Extremisten und Diktatoren. „Wer sich dem Menschen als Messias darstellt, der hat ihn ganz in der Hand“, mahnte Prälat Kestel.
Auf der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda hat der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick vor den Medien ein Statement zur aktuellen Flüchtlingslage abgegeben. Dabei verwies er insbesondere auf die Notwendigkeit einer gemeinsamen internationalen Politik im Vorderen Orient sowie auf die Gefahr, dass das orientalische Christentum ausradiert werden könnte.